Hochzeitsspecial Teil 1 – Mein Kleid

Im Sommer und Herbst 2016 war es auf dieser Seite etwas ruhig geworden. Wer mich kennt, weiß dass ich aus einem ganz bestimmten Grund voll ausgelastet war ❤

Ich nenne diesen Blogeintrag das „Hochzeits-Special“, denn hier möchte ich Euch alle die Dinge zeigen, die mich den ganzen Sommer so beschäftigt haben.

Mein Kleid ❤

Alles hat im März 2016 angefangen mit einem Gebilde aus Luftmaschenketten, kreuz und quer um meine Schneiderpuppe gewickelt 😀 Ich wollte ausprobieren, wie ich am Besten an das Projekt „Hochzeitskleid“ herangehe und was ich dafür brauchen werde.

Nach einigem Hin- und Herprobieren entschied ich mich für eine einfache Baumwolle von „Idee.“ und für eine Nadel der NS 3 (damals für meine Verhältnisse quasi mikroskopisch klein 😀 ). Ich begann mit den Trägern und verband sie dann mit einer langen Luftmaschenkette mit dem Oberteil. Das häkelte ich in einfachen Stäbchen von oben nach unten und begann nach etwa 6 Reihen mit den Abnahmen. Meine Schneiderpuppe musste immer wieder für Anproben herhalten, da ich jede Reihe genau auf meine Maße abstimmen wollte. Auf der Höhe der Taille setzte ich dann meinen wunderschönen Pazifik-Bobbel von Tina Elchinger an, der 5 Fädig mit ca. 1500 Metern Lauflänge gewickelt war.

 

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Pazifik-Bobbel von Tina Elchinger, 5-fädig, 1500 Meter LL, Baumwolle-Acryl-Gemisch

An der unteren Kante des Oberteils begann ich zunächst mit ein paar Reihen festen Maschen, um eine gewisse Stabilität für den Rock und das Unterkleid zu schaffen. Dann begann ich, den Rockteil im Ananasmuster zu häkeln.

 

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Den Übergang vom Oberteil zum Rock gestaltete ich mit ein paar Reihen festen Maschen.

Als Vorlage für das Muster, das ich zuvor bei einem Dreieckstuch intensiv üben konnte, diente mir eine Häkelschrift für eine Tischdecke, die ich auf Pinterest gefunden habe.

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Und so häkelte ich Reihe um Reihe und es vergingen einige Wochen, bis dieser Zwischenstand erreicht wurde:

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Zwischenstand nach etwa 3 Monaten

Leider merkte ich zu diesem Zeitpunkt, dass der Bobbel nicht für meine gewünschte Rocklänge reichen würde. Daher machte ich mich an die erste von mehreren Nachbestellungen 😀 Da auch der erste Ersatz-Bobbel (etwa 200 Metern) nicht reichen wollte, bestellte ich noch einmal 300 Meter dazu. Gleichzeitig begann ich, mir über einen Abschluss in Kontrastfarbe, nämlich einem schönen Lachs-Rosé Ton, Gedanken zu machen, was dazu führte, dass ich noch mehr Bobbel bestellte 😀

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Und da waren die ersten 1500 Meter auch schon verarbeitet…
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Bei der letzten Masche hatte ich tatkräftige Unterstützung von meinem Kater!

Nach etwa 5 Monaten war ich dann mit dem Häkelkleid fertig. Ich wusch es per Hand und spannte es auf eine zugegebenermaßen etwas abenteuerliche Art und Weise in meinem Häkelzimmer auf. Damit das Muster gut zur Geltung kommen konnte, besprühte ich den Rockteil mit Sprühstärke. Dadurch gewann das gesamte Teil an Stabilität und war bereit für das Unterkleid.

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Ein Hochzeitskleid zu spannen ist eine lustige Sache ^^
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Selbst der Teddy musste zum Spannen herhalten 😀

Da nun der Termin der Hochzeit immer näher rückte, musste ich mich etwas beeilen mit dem Unterkleid. Dafür kaufte ich etwa 2 Meter weißen Tüll und 1 Meter weiße Popeline. Da (natürlich, wie könnte es auch anders sein) meine Nähmaschine kurz vorher den Geist aufgegeben hatte, nähte ich alles per Hand. Zuerst bekam die Popeline einen Saum, dann steckte ich zunächst probehalber alles an der Puppe ab. Danach wurde der Tüll doppellagig und in Falten in die festen Maschen in der Taille gesteckt. Dabei achtete ich darauf, dass er schön locker nach unten fällt und keine Spannungen im Stoff entstanden. Abschließend steckte ich die Popeline auf den Tüll, sodass sie innen an den Beinen anliegt. Und dann ging es ans festnähen, wie gesagt: alles per Hand und in einer Nachtschicht 🙂

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Vor dem Festnähen steckte ich den Unterrock an der Kleiderpuppe ab.

Es ging dann aber viel schneller als gedacht und ich konnte bald eine finale Anprobe vornehmen 🙂

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Finale Anprobe: alles passt!

Abschließend mussten alle Fäden vernäht werden (das waren eine ganze Menge…). In das Rückenteil zog ich von links nach rechts noch einen Gummifaden ein um sicherzugehen, dass beim Tanzen alles an Ort und Stelle bleibt. Da ich leider keinen passenden Farbton für eine Abschlusskante gefunden hatte, blieb es bei einem Abschluss in Petrol. Die Kanten am Oberteil umhäkelte ich mit einer Reihe feste Maschen in weiß.

Und hier seht ihr das fertige Ergebnis:

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Brautkleid, gehäkelt mit NS 3, Baumwoll-Acryl Gemisch, ohne Anleitung

 

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Wie genial auch der Brautstrauß in die Farbe des Rocks zusammenpassten ❤

Da ich für den Termin beim Standesamt schon ein anderes Brautkleid gekauft hatte, trug ich mein Kleid Abends zur Feier. Ich habe mich darin super wohl gefühlt und bin sehr froh, dass ich mir dieses Unikat gehäkelt habe. Viele Gäste (nicht nur die weiblichen) machten mir Komplimente dafür und selbst meine Großtante, die eine Meisterin in vielen Handarbeiten ist, war sprachlos 🙂 Also falls ihr auch bald heiratet und mit dem Gedanken spielt, euch selbst ein Kleid zu häkeln oder zu nähen: TRAUT EUCH!! Es ist zwar viel Arbeit und man sollte rechtzeitig anfangen, um nicht in Zeitnot zu geraten, aber die Mühe ist es absolut wert und ihr habt ein ganz besonderes Hochzeitskleid, das perfekt zu euch passt. Ihr könnt Material, Farbe, Muster, Größe einfach alles selbst bestimmten und so gestallten, wie es euch gefällt. Auch preislich gesehen hat man hier Vorteile: Für alle Materialien inkl. Häkelnadel und Stoff für das Unterkleid habe ich nicht mehr als 50€ ausgegeben. Dafür kriegt man im Laden kein Hochzeitskleid 😀

Wenn ihr Fragen oder Ideen dazu habt, lasst mir doch gern einen Kommentar da 🙂 Weiter geht es im Hochzeits-Special Teil 2 – Die Deko.

 

 

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